Während der Betrachtungen der Tagegsevangelien rund um Ostern ist mir eines ganz besonders aufgefallen: Das gemeinsame Mahl mit Jesus und den Jüngern. Zuerst beim Paschafest; dann als Auferstandener, als er ihnen zeigt, dass er kein Geist, sondern immer noch Mensch ist (Lk 24,41-43) und dann beim See Genezareth, als er das Wunder mit dem Fischfang vollbringt und anschließend mit den Jüngern „frühstückt“ (Joh 21,9-13). Dieses Evangelium hören wir auch heute am 3. Ostersonntag wieder. Bei genauerer Betrachtung kommt das gemeinsame Mahl wirklich sehr oft im gesamten Evangelium vor (mehrere Brotvermehrungen, Jesus isst gemeinsam mit Zöllnern, usw. – ich könnte noch viele aufzählen, aber lies am Besten einfach nach ;))

Wenn ich so darüber nachdenke, hat das Essen auch heute noch bei uns einen besonderen Stellenwert. Vor allem bei kirchlichen Veranstaltungen ist meist am Ende eine Agape dabei, wie zum Beispiel beim Gebetskreis, bei den Jugendmessen, … – Was steckt da dahinter? Ich denke, es geht dabei um die Gemeinschaft, die man beim Essen ganz besonders spüren kann. Es herrscht gute Stimmung und man lernt sich besser kennen. Interessant finde ich auch die Bedeutung des Wortes „Agape„. Wenn man im Wörterbuch nachliest, stehen zwei Definitionen dabei: Zuerst ist dieses Wort ein Ausdruck für die selbstlose Liebe (z. B. die Liebe Gottes, die Nächstenliebe, die Feindesliebe) und erst danach kommt die Bedeutung einer „kleinen Bewirtung nach dem Gottesdienst“ hinzu, wie es heute gebräuchlich ist.

Gemeinsames Essen stärkt die Gemeinschaft. Vor allem geht´s aber um die Gemeinschaft mit Jesus, denn ER ist immer in unserer Mitte. „Kommt her und esst!“, sagt Jesus im heutigen Evangelium. ER sorgt für uns, ER gibt uns, was wir brauchen, nämlich Nahrung und Gemeinschaft
Leider müssen die meisten von uns zurzeit auf genau diese zwei grundlegenden Dinge verzichten (wenn ich von der Nahrung im Sinne von Jesus in Gestalt des Brotes spreche). Doch wir dürfen uns jetzt schon auf den Moment freuen, in dem wir IHN in der Eucharistie wieder empfangen dürfen und (mit ihm) Gemeinschaft erleben dürfen. Das wird dann sozusagen unsere „zweite“ Erstkommunion!


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