Wie kann Gott zulassen, dass Menschen so jung sterben? Warum gibt es soviel Armut in der Welt, soviel Krieg? Gott ist doch allmächtig, warum heilt er nicht alle Kranken? Wenn er doch so ein liebender Gott ist, warum lässt er Leid zu? Diese Fragen beschäftigen viele Menschen und auch mich.

 Gott hat uns den freien Willen gegeben. Er will, dass wir ihn aus freien Stücken lieben und nicht, weil uns jemand zwingt oder uns dazu drängt, an ihn zu glauben. Er will, dass wir uns selbst für oder gegen ihn entscheiden. Ich glaube, dass das eine wichtige Erkenntnis ist bei der Frage, warum Gott Leid zufügt. Der Teufel arbeitet hart, um uns für ihn zu gewinnen und dabei macht er uns oft Angebote, die wir allem Anschein nach nicht ausschlagen können. Gott hat uns die Entscheidungsfreiheit gegeben, er stellt uns vor die Wahl: Wollen wir ihm oder den Teufel dienen? Durch diesen freien Willen von Gott hat der Teufel überhaupt einen Platz in unserem Leben bekommen. Adam und Eva hatten doch alles, was sie brauchten, sie führten das perfekte Leben, ohne Streit, ohne Leid und ohne Armut. Doch, obwohl sie wussten, dass sie von diesem einen Baum nicht essen durften, entschieden sie sich dazu, davon zu essen. Das war der Beginn von Krankheit und Leid. Wir Menschen sind nicht perfekt und dass müssen wir auch nicht sein. Das erwartet Gott nicht von uns! Er erwartet einfach, dass wir mit all unseren Fehlern zu ihm kommen – denn dafür ist Jesus gestorben. Er hat unser aller Schuld auf sich genommen und das ist das schöne – wir haben Hoffnung in unserem Leid!

Die zweite Erkenntnis ist, dass Gott nichts verschwendet. Auch wenn es noch soviel Schlechtes in unserem Leben gab, Gott nimmt all unser Leid und verwandelt es in etwas wunderschönes. Gott verschwendet keine Krankheit, keinen Streit, nichts. Durch jeden Umstand, den du erleben musst, kannst du anderen helfen, die genau dasselbe durchmachen. Außerdem kann es sein, dass Gott das Schlechte benutzt, um dir zu zeigen, was wichtig ist in deinem Leben oder was du aus deinem Leben machen sollst! Gottes Plan ist größer als du dir jemals erträumen kannst! Auch wenn du das Schlechte in deinem Leben nicht verstehst: Gott hat schon einen Plan und er weiß, was du brauchst. Wir sehen nur einen Bruchteil vom großen Ganzen!

Wie könnten wir überhaupt Gutes sehen, wenn wir nicht wissen, wie sich Schlechtes anfühlt? Dasselbe ist, wenn du dein ganzes Leben lang nur hohe Töne gehört hast: Von wo weißt du, dass sie hoch waren und nicht tief? Du weißt es nicht, weil du nicht weißt, wie sich tiefe Töne anhören, richtig? Ist es nicht so, dass wir durch die schlechten Zeiten, die Guten viel mehr wertschätzen? Wenn wir keine schlechten Zeiten hätten und es uns immer nur gut gehen würde, wird es Menschen geben, die darauf vergessen, dass es schlechte Zeiten gibt. Und viele würden darauf vergessen, dass es einen Gott gibt. Manche Menschen, die Gottes Liebe nicht kennen, würden dann wahrscheinlich so etwas sagen wie: „Mir geht wundervoll, ich habe alles, was ich brauche, wofür brauche ich denn einen Gott?“ Und ich denke, auch dafür verwendet Gott Leid. Um uns zu zeigen, dass er da ist. Wir dürfen aber nie vergessen, dass Schlechtes nie von Gott kommt! Er verwendet es, um uns seine Gnade zu zeigen. In der Not lernen wir das Beten.

Oft leiden die Gerechten und Guten mehr als die Ungerechten. Es ist für mich persönlich schwer, so etwas zu verstehen und ich glaube, ich werde es nie ganz verstehen. Und das ist auch gut so. Das Leben wäre doch nicht so ein Abenteuer, wenn wir im Vorhinein alles wüssten. Aber egal wie schlecht es uns geht, Gott hat uns versprochen, mit uns durch das Feuer zu gehen. Das darf man nicht damit verwechseln, dass Gott das Feuer ausbläst oder uns aus dem Feuer zieht. Nein, er verspricht uns aber, mit uns gemeinsam durch das Feuer zu gehen, uns niemals allein zu lassen. Und das ist unsere Hoffnung in unserem Leid und Schmerz – Dass Gott immer da ist und uns begleitet!

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